Goldene Momente im grauen Alltag

246E5F29-0588-42EE-B447-0933A4323431Ein Blick hinaus in die graue Tristesse. Ein Frösteln, das von ganz tief innen kommt.

Dieses Wetter – nicht richtig Winter, noch lange nicht Frühling – drückt echt ziemlich auf die Stimmung und das Wohlbefinden.

Momentan könnte ich mit beiden Extremen gut leben. Entweder nochmal so richtig Schnee (okay, das ist sehr sehr unwahrscheinlich) oder endlich mal die ersten wärmeren Sonnenstrahlen, die den langsam nahenden Frühling ankündigen. Aber ich befürchte, der wird noch etwas auf sich warten lassen.

Also hole ich mir die goldenen, leuchtenden Momente auf anderem Wege ins Haus.DSC04747Zum einen habe ich mir ein Album mit all meinen Lieblingsbildern des vergangenen Jahres erstellt. Da kann ich mich zurückträumen in den steirischen Winterurlaub, in dem die Sonne in der eisigen Kälte von -20 Grad die Eiskristalle so betörend hat funkeln lassen oder in den letzten Frühling, als der Raps so leuchtend gelb blühte. Kann mich zurückversetzen in den wundervoll-verwunschenen Tiveden oder die beruhigende Stille am Hintersteiner See. Oder ins pulsierende Budapest.DSC04756Aber auch die Wände lasse ich von vergangenen Entdeckungen berichten. So habe ich eine Wand neugestaltet, mir magnetische Bilderrahmen gekauft, ein Poster aus dem letzten Schweden-Urlaub geordert und dazu ein Plakat mit einem Spruch, das Lust macht auf neue Abenteuer.DSC04761 (1)

Welche Strategien habt ihr, um euch Lichtmomente in die eigenen vier Wände zu holen?

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Lieblingsorte: Saas-Fee, Schweiz

DSC04448Umgeben von zahlreichen, majestätischen 4.000ern liegt auf einer Höhe von 1.800 Metern das idyllische Walliser Örtchen Saas-Fee. Im Winter ist es das reinste Schneeparadies. Umringt von den vielen schroffen Bergen mit zahlreichen türkisfunkelnden Gletschern. Hier ist man der Natur ganz nah.DSC04545Morgens wenn bei klarem Wetter die Sonne langsam aufgeht, werden die Bergspitzen in leuchtendes Rot getaucht. Mit jeder Minute wird der Himmel blauer. Hier auf dieser Höhe scheint es fast, als wäre seine Farbe viel intensiver als an jedem anderen Ort auf der Welt. Und wenn man dann ganz früh mit der Gondel auf den Berg fährt, seinen Blick hinunter ins Tal und über die angrenzenden Gipfel schweifen lässt, die Skier in den Schnee legt und die Schuhe nacheinander in die Bindung einklacken lässt, um im Anschluss die ersten Spuren in die Naturschnee-Pisten zu ziehen und einem dabei die Sonne ins Gesicht scheint, dann ist das wahre Glückseligkeit.DSC041462017 war ich das erste Mal seit langer Zeit wieder in der Schweiz zum Skifahren. Und so hatte ich ganz vergessen, wie es ist, diesen einzigartigen, atemberaubenden Ausblick zu genießen, aber vor allem auch, wie es sich auf ganz echtem Schnee fährt. Es ist einfach etwas ganz Anderes als auf größtenteils künstlich beschneiten Pisten unterwegs zu sein.DSC04132Durch die enorme Höhe des Gebiets ist es meist ein ganzes Stück kälter, was mir allerdings nichts ausmacht 🙂 Darauf muss man sich einfach kleidungstechnisch einstellen. Und außerdem macht es ja auch viel mehr Spaß durch die kalte (!) Winterlandschaft zu stapfen, eingekuschelt in einen dicken Mantel und mit Teddyfell gefütterten Schneestiefeln an den Füßen das Knarzen des Schnees ganz bewusst in sich aufzusaugen. Da schmeckt die Ovo zum Aufwärmen gleich nochmal so gut.DSC00193Wie klein der Mensch eigentlich ist, spürt man in dieser Bergkulisse auch umso mehr. Wenn es mal richtig stürmisch ist, egal ob ganz oben auf 3.500 Metern oder unten im Dorf, da zeigt die Natur, wer das Sagen hat. Und so schafft dieser Ort es, meine Gedanken schweifen zu lassen, aber auch mich zu setten und mich wieder auf das wirklich Wichtige im Leben zu fokussieren.DSC04551 (1)Doch Saas-Fee lädt neben tollen Pistenerlebnissen auch zu wunderschönen Spaziergängen durch und entlang des (komplett autofreien!) Ortes ein. So kann man sich an schnuckligen Ladenfenstern die Nase plattdrücken, vorbeispazieren an traditionellen Berghäusern, beim Beck (Bäcker) einkehren, der wundervolle Düfte verströmen lässt, durch schneebedeckte Wälder streifen, mit dem Schlitten die Berge hinabsausen oder auch bei ein bisschen Wellness mit traumhaftem Ausblick die Seele baumeln lassen.DSC04441Abends, wenn die Sonne schon lange untergegangen ist, funkeln dann die Sterne in vermeintlich greifbarer Nähe, das Gletschereis leuchtet betörend und erhellt die dunkle Nacht.DSC04685Wenn das Wetter mal etwas schlechter ist, man die Berge fast gar nicht erkennen kann, weil alles wolkenverhangen ist, die Schneeflocken vom Himmel herabtanzen oder manchmal auch eher sausen, dann hat Saas-Fee für mich etwas Mystisches an sich. Dann scheint die ganze Welt schwarzweiß zu sein und die Ruhe ist noch greifbarer als schon zuvor.DSC04485Da bietet es sich an, den Tag mit einem leckeren Käsefondue ausklingen zu lassen und so Leib und Seele etwas Gutes zu tun. Zwischendurch kann man immer mal wieder einen Blick nach draußen werfen und schauen, ob es noch schneit und sich daran erfreuen, wie gemütlich und wohlig warm es in der Hütte ist.DSC04430Und wer weiß, vielleicht strahlt am nächsten Tag die Sonne schon wieder mit euren Gesichtern um die Wette, wenn der frisch gefallene Schnee betörend in der Sonne funkelt.DSC04109Zu gerne hätte ich euch ein Bild von den türkisfunkelnden Gletschern – tagsüber und auch nachts – mitgebracht. Aber als wir gerade Ende Januar wieder dort waren, wurde ein neuer Schneerekord eingestellt, da war selbst das Gletschereis komplett mit Schnee bedeckt. Vielleicht habt ihr es in den Nachrichten mitbekommen. Ja, auch wir waren ein paar Tage vor Ort eingeschneit. Aber da wir eh nicht vorhatten, den Ort zu verlassen, hat uns das nicht wirklich gestört oder beeinträchtigt. Nach ein paar Tagen Dauerschnee hatten wir im Ort eine Schneehöhe von 1,70 Meter erreicht. Das ist schon echt verrückt.DSC04506An einem Morgen sind wir vor die Tür gegangen, doch der Weg, der noch am Tag zuvor bis zu unserem Haus führte, war nicht mal mehr im Ansatz erkennbar. Bis zur Hüfte sind wir in ihm eingesunken. Ich sage euch, sich durch so tiefen Schnee einen Weg zu bahnen, hat so wahnsinnig Spaß gemacht 🙂 Da fühlt man sich gleich wieder wie ein Kind.DSC04645Dafür kann ich euch aber abschließend noch etwas anderes zeigen. Am ersten sonnigen Tag, den wir hatten, hat sich über der einen Gipfelspitze ein bunt schimmernder Schleier gebildet. Es sah fast so aus wie ein Nordlicht light 🙂 und eben im Hellen. Habt ihr sowas schon mal gesehen?DSC04622

 

Winter-Liebe

Das Knirschen von Schnee unter den Füßen. Dick eingepackt durch die weiße Winterwelt wandeln. Schneeflocken, die sich auf deine Nasenspitze setzen. Die Anstrengung spüren, wenn man durch den tiefen Neuschnee stapft. Das Heimkommen in die warme Stube. Aufwärmen bei einer Tasse Kaffee oder einer heißen Schokolade. Draußen die weiterhin durch die Luft tanzenden Schneeflocken beobachten. Einen Moment innehalten.

 

Morgens früh aufstehen, um als erster auf der Piste zu sein. Dabei zusehen, wie sich die Gipfelspitzen rot färben. Spuren in den noch unberührten Schnee ziehen. Die Kälte und den Fahrtwind spüren. Das Gefühl von Freiheit ganz tief einatmen. Die wärmenden Sonnenstrahlen auf dem Gesicht einfangen. Einen Moment innehalten.

 

Drinnen im Warmen sitzen. Überlegen, mit was man es sich gut gehen lassen könnte. Alle Zutaten hervorholen. Die Küche in ein kleines Schlachtfeld verwandeln. Das Ergebnis in vollen Zügen genießen. Einen Moment innehalten.

Genau deshalb liebe ich den Winter so sehr.

Lieblingsorte: Cornwall und seine Strände

Anlässlich dieses derzeitigen ungemütlichen Schmuddelwetters träume ich mich mal schnell in den südenglischen Sommer und präsentiere euch die nächste Episode meiner Lieblingsorte-Reise.

Seitdem ich 2007 das erste Mal in England war, habe ich mein Herz an dieses wunderschöne Land verloren. Ich liebe es, weil es so vielfältig ist – sanfte Hügel knüpfen an schroffe Felsen, das satte Grün der Felder führt in das leuchtende Blau des Meeres, vom pulsierenden London ist man in (relativ) kurzer Zeit auf dem Land. Egal ob beim Bummel durch kleine charmante Ortschaften, beim Erkunden von Burgen und Herrenhäusern, beim Wandeln durch blühende Gartenoasen oder einfach bei einer Tasse dampfenden Tees, hier kann man die Seele baumeln lassen.

Vermutlich ahnt ihr es bereits: Ich habe einige Lieblingsorte auf der Insel 🙂

Speziell Cornwall ist einfach ein wunderbares Fleckchen Erde und hat einiges zu bieten. So zum Beispiel auch traumhaft schöne Strände. Heute möchte ich euch drei meiner Lieblinge vorstellen.

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Watergate Beach

Einer davon ist euch bereits mehrfach begegnet – ihr seht ihn jedes Mal, wenn ihr meinem Blog einen Besuch abstattet. Mein Headerbild wurde am Watergate Beach aufgenommen. Hier tummeln sich immer viele Leute. Dennoch geht alles ganz entspannt zu. Die Surfer warten auf die besten Wellen. Die Kinder tollen über die riesige fast 3 Meilen (!) lange Sandfläche. Und Pärchen schlendern in aller Ruhe barfuß über den Strand. Lassen sich immer wieder das herannahende Wasser über die Füße spülen.

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Blick auf Watergate Beach

Schon bei der Fahrt zum Watergate Beach bekommt man wundervolle Ausblicke auf ihn geboten, sodass das Herz bereits kleine Freudensprünge vollführt bevor man überhaupt richtig angekommen ist. Für die Liebhaber von Promiköchen wartet hier dann noch ein besonderes Schmankerl 🙂 Das Fifteen von Jamie Oliver thront über dem Strand und bietet zum Gaumenschmaus auch noch den wundervollen Ausblick auf diese Kulisse. Doch auch andere Cafès und Restaurants laden zum Verweilen ein.

 

Mein zweiter Lieblingsstrand ist der Perranporth Beach. Hier haben wir mal einige Tage auf einem Campingplatz verbracht, der auf dem Hügel oberhalb des Strandes liegt (Tollgate Farm Caravan & Camping Park). Ganz in der Nähe gibt es auch noch einen ziemlich ziemlich großen Campingplatz, um den wir allerdings einen großen Bogen gemacht haben. Von beiden Standorten aus kann man einen schönen Spaziergang (vorbei oder vielmehr über einen Golfplatz) machen und gelangt in ca. 20 – 30 Minuten zum Strand. Also Vorsicht bei tieffliegenden Golfbällen 🙂 Der Weg kreuzt allerdings nur in einem Abschnitt das Gelände, sodass man ihn schnell hinter sich lassen kann. Speziell am Abend liebe ich den Perranporth Beach. Denn dort gibt es (wenn man der eigenen Aussage Glauben schenken darf) die einzige Bar im Königreich (The Watering Hole), die sich direkt auf einem Strand befindet. Auf diese Weise kann man sich ein schönes Plätzchen suchen und mit einem Glas Cider in der Hand dabei zu sehen, wie die Sonne am Horizont langsam aber sicher mit dem Meer verschmilzt. Haaaach… einfach so wunderschön…

Mein dritter Favorit befindet sich ganz in der Nähe von Land’s End, ist aber nicht ganz so hoch frequentiert. Er liegt direkt unterhalb des Minack Theatre, dessen Besuch oder zumindest Besichtigung sich in jedem Fall lohnt. Eine solche Kulisse für eine Theaterbühne ist einfach was ganz Besonderes und die Geschichte der Frau dahinter ist super spannend und beeindruckend.

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Porthcurno Beach

Direkt vom Minack Theatre aus führt dann ein kleiner, schmaler Pfad runter zum Porthcurno Beach. Es ist lediglich ein kleiner Strandabschnitt, der von den steilen, schroffen Küsten eingefasst wird. Aber genau das macht ihn aus. Man hat fast das Gefühl, als wäre der Strand nur für einen persönlich da. Ja so, als ob die Zeit stehen bliebe, solange man sich nur an diesem Ort aufhält. Eine Art Mikrokosmos. Zumindest, wenn man etwas außerhalb der Saison kommt, so wie wir 🙂 Im September war es ein einfach bezaubernder, ruhiger Ort ohne Menschenseele. Zur High Season wird das aber sicherlich etwas anders sein.

 

Habt ihr auch einen Lieblingsstrand in Cornwall? Was sind eure absoluten Highlights?

Schweden-Roadtrip 2017 – Teil 5

Gemeinsam mit euch reise ich gedanklich jetzt noch einmal zurück zu unserem diesjährigen Schwedenurlaub.

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Die letzte Station, an der wir unser Zelt aufgeschlagen haben, war der Campingplatz Långasjönäs – gelegen am gleichnamigen Naturschutzreservat. Dieses wunderschöne Gebiet befindet sich in der Provinz Blekinge unweit der Stadt Karlshamn.

Es ist ein wahres und vor allem weitläufiges Natur-Paradies, das man auf ganz vielfältige Art und Weise erkunden kann. Beispielsweise zu Fuß. Denn am Campingplatz beginnen einige Strecken, die direkt am See entlangführen oder aber den Wald durchqueren. Bei schönem Wetter – das wir zum Glück hatten – lohnt sich zudem eine Abkühlung im See. Einfach traumhaft, hier seine Runden zu ziehen, dabei den Ausblick zu genießen und anschließend einfach so in der Sonne zu liegen, sich wärmen zu lassen und nichts zu tun. Hach… da wird meine Sehnsucht gerade wieder ganz groß.

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Man kann das Gebiet aber auch ideal mit dem Kanu erkunden. Los gehts mit gemietetem Boot direkt am Campingplatz. Für Angler lohnt es sich in jedem Fall die Angel griffbereit zu haben. Denn der See ist ein ausgezeichnetes Gebiet, um die Rute auszuwerfen.

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Angeln ist auch ein gutes Schlagwort für ein nahegelegenes Ausflugsziel, das sich ebenso für Nicht-Angler lohnt: Mörrum. Sozusagen das Mekka für Lachsangler 🙂 mit einer langen, traditionsreichen Geschichte, die vor Ort auch erlebbar gemacht wird. Neben einem Shop, einer Ausstellung und einem Restaurant, berichten viele Tafeln an unterschiedlichen Stellen, darüber wie die den Fluss hochziehenden Lachse in vergangenen Tagen aber auch heute diese Gegend nachhaltig geprägt haben und es immer noch tun. Entlang der beiden Ufer kann man zudem einen schönen Spaziergang machen. Doch auch schon allein der Besuch des Wasserfalls ist lohnenswert. Zu sehen, wie das Wasser in atemberaubender Geschwindigkeit und Menge die Felsen herabrauscht und zu wissen, dass die Lachse jedes Jahr diesen Weg einschlagen und solche Hindernisse überwinden, ist wahnsinnig beeindruckend.

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Der nächste Ausflug, von dem ich euch berichten möchte, liegt nicht ganz im klassischen „Einzugsgebiet“. Aber es ist ein Ort, den wir in jedem Schwedenurlaub aufsuchen. Für uns ist das einfach Pflichtprogramm. Ein Tag Åhus gehört einfach dazu. Zum einen weil das Städtchen einfach schön ist, zum anderen weil wir als große Eisliebhaber dort unseren Garten Eden gefunden haben – das Glassbåten. Ein kleines Boot, das das leckerste Eis überhaupt anbietet. Okay okay… und zudem sind es auch sicherlich die größten, prall gefülltesten Eistüten, die wir in unserem Leben je geschleckt haben 🙂 Und genau deshalb kommen wir immer und immer wieder 🙂

Ein weiterer Ausflug, den wir unternommen haben, führte uns zum Fabriksverkauf  der Ronneby bruk. Hier gibt es alles Erdenkliche aus Guss. Wie ich bereits im vorangegangenen Teil unseres Reiseberichts erzählt habe, sind wir was Küchenuntentensilien und alles rund um den gedeckten Tisch betrifft, etwas (sagen wir) leidenschaftlich 🙂 Wir lieben einfach schöne Dinge zum Zubereiten und Servieren von Speisen. Denn so macht das Kochen und Gastgeben noch mehr Spaß als es das eh schon tut. Sollten noch mehrere Schwedenurlaube folgen, könnte es uns allerdings unter Umständen passieren, dass wir unseren Kleiderschrank zugunsten von Töpfen und sonstigen Kochgadgets räumen müssen 😀

DSC03061Tja, und so endete unser diesjähriger Schwedenurlaub mit allem was dazu gehört: ganz viel wunderschöner Natur, Ruhe, Entspannung und natürlich Genuss.DSC02268neu

 

 

Schweden-Roadtrip 2017 – Teil 4

Wie ich euch am Ende des letzten Teils angekündigt habe, verlief der vierte Abschnitt nicht ganz so wie geplant. Vom Tiveden aus machten wir uns auf in Richtung Süden. Im Blick hatten wir die Region rund um den Åsnen See im Småland.

DSC02108neuNach über vier Stunden Fahrtzeit kamen wir am Campingplatz an, den wir ausgeguckt hatten. Prinzipiell war er nicht schlecht, riss uns aber auch nicht vom Hocker. Der entscheidende Punkt, warum wir uns letztendlich entschlossen weiterzufahren, war der starke Wind. Da hätten wir unser Zelt niemals aufgestellt bekommen.

Also griff ich zu unserem Campingführer. Zwei weitere Plätze in der Nähe steuerten wir an. Deren Anblick enttäuschte uns allerdings noch mehr. Und so fuhren wir abermals weiter. Weiter hinein ins Småland – mit der Hoffnung hier fündig zu werden.

Es folgte Campingplatz Nummer vier. Direkt an einer vielbefahrenen Hauptverkehrsstraße gelegen. Hier wollten wir selbst eine Nacht nicht bleiben. Irgendwo musste es doch ein schönes Fleckchen für uns geben. Also fuhren wiederum weiter. Doch die Zeit saß uns inzwischen ganz schön im Nacken. Wer schon mal in Schweden mit dem Auto unterwegs war, wird das nachvollziehen können. Deutsche Entfernungs-Zeit-Rechnungen greifen hier nicht 🙂

Und so folgte Platz Nummer fünf. Auch hier leider absolut keine Option für uns zu bleiben. Eigentlich war das eher ein betonierter Parkplatz als eine Campingmöglichkeit.

Also stiegen wir wieder ins Auto und fuhren weiter. Nach wie vor auf der Suche nach einer Bleibe. Inzwischen hatten wir auch unsere Ansprüche ordentlich heruntergeschraubt. Und so wurden wir dann doch noch fündig. Platz Nummer sechs ist es geworden. Kein Knaller, aber schön gelegen und sauber. Inzwischen war es fast 19 Uhr.

Wir schlugen das Zelt auf und machten uns trotz des miesen Tags noch einen netten Grillabend. Und die Lage am See entschädigte dann doch etwas die Strapazen des Tages.

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Am nächsten Morgen bauten wir unsere Bleibe wieder ab und zogen weiter. Doch zuvor machten wir noch Halt beim Kosta Outlet. Sozusagen nachträgliches Frustshopping 🙂 Und wir waren dabei äußerst erfolgreich. Wer auf der Suche nach Schnäppchen im Bereich Sportbekleidung, Deko und alles rund um den gedeckten Tisch sowie Küchenutensilien ist, wird mit Sicherheit das ein oder andere Mitbringsel erstehen. Doch neben schönem skandinavischen Geschirr gibt es hier auch noch weitere Attraktionen. Die Möglichkeit selbst Glas zu blasen, ist ein Highlight, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Bei so viel Shopping kann einem schon mal die Puste ausgehen. Zur Stärkung gibt es unterschiedlichste Varianten – Restaurants, Cafes, Imbissbuden. Wir haben uns für eine Pizzeria ein paar hundert Meter abseits (Don Camillo) entschieden. Hier gab es Pizzabuffet mit einer Auswahl an Salaten. Das können wir euch wärmstens empfehlen. Die Pizza sowie die Beilagen waren super lecker und es waren sogar ein paar ausgefallene Kreationen dabei. Habt ihr schon mal Curry-Pizza mit Banane gegessen? Ich gebe zu, es klingt in der Tat ziemlich verrückt, war aber erstaunlich gut.

Wieder gut gelaunt und gesättigt machten wir uns auf den Weg zu unserer nächsten und letzten Station auf unser diesjährigen Schwedenrundreise: dem See Långasjön.

Und so viel kann ich schon mal verraten: eine wirklich traumhaft schöne Gegend

Schweden-Roadtrip 2017 – Teil 2

Nach vier schönen aber windigen Tagen in Falkenberg führte uns unsere Route weiter nach Lidköping, einer Stadt in der Provinz Västra Götalands län gelegen an einem der südlichen Zipfel des Vänern. Eingekehrt sind wir auf dem wunderschön gelegenen und gut ausgestatteten KronoCamping Lidköping. Er liegt direkt am See. Geht man in die eine Richtung findet man sich mitten in der Natur wieder. Geht man in die andere Richtung ist man in Kürze zu Fuß im Herzen der schnuckligen Stadt.

Neben diversen Möglichkeiten durch nette, kleine Läden zu bummeln, in gemütlichen Cafés einzukehren oder am Fluss entlang zu schlendern, gibt es noch die Option kleinere oder größere Schnäppchen zu erhaschen. Im Rörstrand Center gibt es mehrere Outlets: so lassen sich im Bereich Design und Porzellan (bspw. bei Iittala) schöne Mitbringsel finden oder auch Kulinarisches bei Delicato. Es gibt dort aber auch Cafès, das Rörstrand Museum und einige Kunstgeschäfte, sodass sich ein Besuch in jedem Fall lohnt.

Doch nochmal kurz zurück zum Campingplatz: Nicht nur, dass man am See direkten Zugang zu einer schönen Badebucht hat, nein – man hat als Campinggast auch im angrenzenden Freibad kostenlosen Eintritt. Und so kam es, dass wir an einem Tag ein paar Bahnen geschwommen sind und uns danach auf der großen Wiese von den Sonnenstrahlen haben das Gesicht kitzeln lassen. Für alle Sportbegeisterten liegt in unmittelbarer Nähe und auch direkt am See ein kleines frei zugängliches „Outdoor-Fitnessstudio“ mit Geräten, die mithilfe des eigenen Körpergewichts funktionieren. Als Joggingroute ist der Weg am See entlang nur bedingt zu empfehlen, da er einfach zu kurz ist und man sich schnell mitten in der Stadt wiederfindet. Im nahe gelegenen Råda hingegen gibt es mehrere Routen unterschiedlicher Länge, die sich durch den Wald und dortige Lichtungen (mit teils schönem Panoramablick auf den Vänern) schlängeln. Das haben wir getestet und für echt schön befunden. Allerdings geht es hier schon etwas auf und ab 🙂 darauf sollte man sich einstellen.

Wenn man in Lidköping ist, gibt es ein Ausflugsziel, dass man auf gar keinen Fall auslassen sollte – Schloss Läckö. Es ist einfach ein absolut märchenhafter Ort. Ein wunderschönes Schloss mit roten Türmchen vor einer grandiosen Kulisse. Auf einer Insel in den Schären des Vänern gelegen prangt das ca. 700 Jahre alte Schloss und bietet neben schönen Spazierwegen und Bootstouren auch eine super spannende Führung im Innern. Wir haben uns dieses Mal auf das Drumherum fokussiert. Denn in unserem letzten Schwedenurlaub waren wir schon mal hier, hatten die Führung mitgemacht (die wirklich sehr sehr empfehlenswert ist!!!), konnten aber draußen eigentlich gar nichts sehen, weil es ununterbrochen geregnet hatte und alles komplett grau in grau war. So haben wir nun die Kulisse in vollen Zügen genossen 🙂 Und auch das Café lädt dazu ein, etwas länger in dieser wahrhaftigen Oase zu verweilen.

Im Bereich des Berges Kinnekulle gibt es schöne Naturschutzgebiete, die es zu entdecken gilt. Wir waren bspw. besonders von Stora Stenbrottet beeindruckt. Einem Steinbruch, der vor der Kulisse eines Sees 40 Meter in die Höhe ragt. Man nennt ihn auch den „Kleinen Grand Canyon“. In der Tat ist der Vergleich gar nicht so unpassend 🙂

Generell kann man das Gebiet rund um Lidköping gut zu Fuß, zu Rad oder zu Boot entdecken. Es bietet eine bunte Mischung aus Sport und Kultur. Für uns geht die Reise allerdings bereits nach drei Tagen weiter, da wir schon mal dort waren und schon beim letzten Mal einiges gesehen haben. So machen wir uns auf die Reise nach Tived – am Fuße des Nationalparks Tiveden, der als die südlichste Wildnis Schwedens bezeichnet wird.

Ihr dürft also gespannt sein…

Schweden-Roadtrip 2017 – Teil 1

An was denkt ihr, wenn ihr Schweden hört?

Wenn man sich noch nicht so sehr mit dem Land der Elche beschäftigt hat, liegen da sicherlich IKEA, Hot Dogs, Zimtschnecken, Stockholm und Mücken ganz vorne. An all diesen Antworten ist in der Tat etwas dran 🙂 aber Schweden bietet so viel mehr. Ein bisschen hatte ich ja bereits in meinem vergangenen Beitrag „Schweden-Sehnsucht“ von unseren nordischen Nachbarn geschwärmt. Heute möchte ich euch auf den ersten Abschnitt unserer diesjährigen Schwedenrundreise mitnehmen und einige unserer Lieblingsplätze und -erlebnisse verraten. Und vielleicht habt ihr ja auch ein paar Tipps für mich? 🙂

Mit Sack und Pack ging es los

Ende Juni war es soweit – unser insgesamt dritter Schwedenurlaub hat an die Tür geklopft. In Sachen Anreise haben wir uns wieder für die Variante „Fähre“ entschieden. Anders als sonst sind wir aber dieses Mal am Abend mit dem Auto gestartet, um rechtzeitig zum Ablegen der Fähre um 3 Uhr nachts an Bord zu sein. Und ich muss sagen, das war wirklich sehr entspannt und angenehm. Wir sind kurz nach 18 Uhr aufgebrochen. Da war ein Großteil des Feierabendverkehrs bereits vorbei und somit nicht mehr ganz so viel auf den Straßen los. Und auch auf der Fähre ist es dann mit einer Schlafkabine ein sehr gechilltes Weiterreisen 🙂 Denn auf diese Weise konnten wir erstmal ein paar Stunden schlafen, bevor es dann (nach 9 Stunden Überfahrt) in Schweden noch 175 Kilometer weiter ging, bis wir unsere erste Basisstation erreicht haben: Falkenberg.

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Falkenberg

Dieses malerische, kleine Städtchen liegt an der schwedischen Westküste in der Provinz Halland. Mit seinen schnuckligen Geschäften lädt es in der Innenstadt zum Bummeln und Verweilen in Bäckereien, Cafés und Gaststätten ein.

 

Von springenden Fischen und wie Wolken ziehenden Gedanken

Doch der hauptsächliche Grund, warum wir uns so sehr in Falkenberg verliebt haben, ist der Fluss Ätran. Er ist einer der längsten Flüsse Schwedens. Was ihn für meine bessere Hälfte so besonders macht, sind die Lachse, die jedes Jahr den Ätran entlang ziehen. Zwei Tage hat er auf der dortigen Brücke verbracht und immer wieder seine Angel ausgeworfen. Leider hat er dieses Mal kein Glück gehabt. Und das obwohl sie immer wieder ganz nah an der Angel dran waren 🙂

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Ätran

Ich hingegen liebe es, dem Flussverlauf zu folgen und die Natur in vollen Zügen zu genießen. Dort wechseln sich dichte Nadelwaldabschnitte mit zahlreichen, endlos in den Himmel ragenden Birken und sanft-grünen Wiesen ab. Die vorbeiziehenden Wolken spiegeln sich wunderschön im dunklen Blau des Wassers. Die Strecke eignet sich auch ideal als Joggingroute. Wie könnte man besser seine Gedanken davonfliegen lassen, als bei einem solchen Anblick?!DSC01635neu

Wenn der Wind um die Nasenspitze pustet

Die Küste Hallands lädt allerdings auch zum Baden und ausgedehnten Spaziergängen ein. Wir waren auf dem Hansagårds Camping untergebracht – der kleineren, familiäreren Alternative des großen Campingnachbarn. Bei beiden Varianten hat man direkten Zugang zum Meer. Unser Campingplatz trennt sich lediglich durch einen Streifen aus Schilfen, Farnen und Küstenblumen vom wunderschönen, hellen Sandstrand. Direkt vor diesem Abschnitt liegt auch eine kleine Insel, die man über einen Pfad aus aufgetürmten Steinen zu Fuß erreichen kann. Ein schöner kleiner Ausflug.

Ein weiteres Highlight des Campingplatzes ist definitiv seine Kartoffelschälmaschine. Ja – ihr habt richtig gelesen. Dort steht eine Maschine, in die man seine rohen, ungeschälten Kartoffeln wirft. Mit einem Drehmechanismus ausgestattet wirbelt sie die Kartoffeln im Inneren so lange an den schmirgelpapierähnlichen Wänden entlang bis die kleinen Knollen komplett ihrer Haut entledigt sind. Ich würde euch jetzt so gerne ein Bild oder gar ein Video dieses Spektakels zeigen, aber leider hatten wir diese Aufnahmen mit einem Handy gemacht, das sich kurz danach einfach aus dem Nichts resettet hat. Die Bilder hatten wir da leider noch nicht gesichert… 😦

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Glommen

Während unseres Aufenthalts in Falkenberg war es sehr windig, sodass wir das tosende Meer nur mit etwas Abstand genießen und leider nicht in die Fluten springen konnten. Deshalb haben wir unseren Fokus zum einen auf das Spazierengehen gelegt und dabei das Fischerdorf Glommen und das in der Nähe liegende Naturreservat Morups Tånge mitsamt Leuchtturm entdeckt.

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Morups Tånge

Zum anderen haben wir einen Ausflug zum Tjolöholms Slott unternommen. Als wir das Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Schloss das erste Mal erblickt haben, schlug unser Englandherz gleich etwas höher. Das im Tudorstil erbaute und gut erhaltene Schloss steht auf einem riesigen Areal, das zu weiteren Erkundungen lockt.

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Tjolöholms Slott

Eingebettet zwischen großen Wiesen und Feldern sowie dem Meer lohnt es sich etwas mehr Zeit mitzubringen. Immer wieder kommt man vorbei an Sitzgelegenheiten, die zum Verweilen oder Picknicken einladen. An warmen Tagen sollte man auf jeden Fall Badesachen dabeihaben, da sich an den Park eine eigene Badestelle anschließt.

Aber auch der weitläufige Schlossgarten, die eigene Kirche sowie das Dorf Allmogebyn wollen erkundet werden. Das Besondere an diesem Dörfchen ist, das dort früher die Gutsarbeiter gelebt haben. Sie haben die kleinen Häuser kostenlos bewohnen dürfen. Manche kann man auch innen besichtigen, andere hingegen können als Ferienhaus gemietet werden.

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Allmogebyn

Bei so viel frischer Luft und spannenden Erlebnissen darf natürlich auch die entsprechende Stärkung nicht fehlen. Wir haben das dortige Café besucht, einen wahnsinnig guten Kaffee getrunken und dazu ein Stück Kladdkaka geschlemmt. Aber dennoch waren wir ganz traurig darüber, nicht mehr klein zu sein. Denn im Innern der großen Halle war ein Lönneberga-Dorf aufgebaut, das unser Herz höherschlagen ließ. Dort konnte man vom Michel’schen Schuppen über ein Brett in die Vorratskammer mit den vielen Würsten klettern, über Leitern in Häuser einsteigen und im See sein Angelglück versuchen (die Kinder bekamen dann klammheimlich etwas an die Angel gesteckt).dsc01786neu.jpgGanz beseelt von der Vorstellung wie es wäre selbst alles erkunden zu können und trunken von eigenen Lindgren’schen Kindheitserinnerungen, haben wir uns dann auf den Weg zurück nach Falkenberg gemacht, um uns nach vier spannenden wie erholsamen aber durchgepusteten Tagen auf den Weg zu unserer nächsten Station Lidköping zu machen.

Dazu in Kürze mehr…

Blåbärskladdkaka

DSC02465Was wäre die schwedische Backstube nur ohne ihren typischen Schokoladenkuchen Kladdkaka?

Für mich gehört es zu einem perfekten Schwedenurlaub dazu, ihn mindestens einmal zusammen mit einem guten Kaffee zur Nachmittagsstunde zu genießen. Schokolade geht einfach immer. Vor allem wenn der Kuchen dann auch noch so super schokoladig ist wie dieser 🙂

Heute wandle ich ihn für euch mit einer weiteren typisch schwedischen Zutat ab: Blaubeeren. Ich muss ja gestehen, dass ich immer, wenn ich in Schweden oder den Alpen zu Fuß unterwegs bin, zur absoluten Bremse werde, wenn ich auch nur Blaubeersträucher am Wegesrand erahne 🙂 Was regelmäßig die Nerven meiner Mit-Wandersleute strapaziert… Aber genug erzählt. Los geht’s mit dem Rezept, das ich für euch aus meinem Schweden-Urlaub mitgebracht habe.

Für einen schwedischen Schokoladen-Blaubeerkuchen benötigt ihr folgende Zutaten:

200g Butter, 375g Zucker, 4 Eier, 215g Weizenmehl, 8 EL Kakao, 300g Heidelbeeren.

Schmelzt die Butter, gebt sie in eine Schüssel und rührt dann den Zucker solange unter bis er sich komplett aufgelöst hat. Gebt nach und nach die Eier hinzu. Fügt dann Mehl und Kakao (am besten durchgesiebt) hinzu und verrührt alles zu einem gleichmäßigen Teig.

DSC02410Wascht die Heidelbeeren und zieht sie vorsichtig unter. Fettet eine Springform mit Butter, stäubt sie mit Mehl aus und gebt den Teig hinein. Verstreicht ihn zu einer glatten Maße.

Backt den Kladdkaka im vorgeheizten Ofen bei 175 Grad Umluft für 40 – 45 Minuten. Lasst ihn etwas auskühlen, bevor ihr ihn aus der Form löst.

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Aber dann heißt es: Bon Appetit! 🙂

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Kaspressknödel auf Salat

DSC02369Ganz gleich ob im Sommer nach dem Bergsteigen oder im Winter nach dem Skifahren – was gibt es Schöneres als nach einem anstrengenden Tag auf dem Berg eine wohltuende, reichhaltige Speise aus der alpenländischen Küche zu sich zu nehmen und sich damit für den kommenden Tag zu stärken? Richtig – NICHTS 🙂

Was soll ich sagen… da ich praktisch mein ganzes Urlaubsleben in Kindheits- und Jugendtagen in der Schweiz und Österreich verbracht habe, bin ich ein absoluter Fan der Alpenküche. Ob herzhaft oder süß – die wissen einfach, was der Seele gut tut.

Heute stelle ich euch mein Rezept für unvergleichlich leckere Kaspressknödel vor. Ich serviere sie in den Sommermonaten am liebsten mit einem frischen, knackigen Salatteller. Im Winter machen sie die klare Rindersuppe (oder wie man auch sagt „Rindssuppe“) zum absoluten Hit.

Für vier hungrige Bergsteiger (oder Skihasen) benötigt ihr:

600 g helles Brot (oder alternativ Brötchen/Toastbrot) vom Vortag, 6 Eier, 150 g Quark, 1 Bund frische Petersilie (am besten glatt), Salz, Pfeffer, gem. Muskatnuss, 150 g Butter, 1 Zwiebel, 150 ml Milch, 100 g geriebenen Emmentaler, 200 g würzigen Bergkäse, Butter zum Braten.

Schneidet das altbackene Brot bzw. die Brötchen in kleine Würfel und gebt sie in eine große Schüssel. Schlagt die Eier auf und gebt sie ganz zu den Brotwürfeln. Fügt auch den Quark und die gehackte Petersilie hinzu und würzt das Ganze mit Salz, Pfeffer und etwas Muskatnuss.

Gebt die Butter in die Pfanne und schmelzt sie langsam. Fügt dann die in feine Würfel geschnittene Zwiebel hinzu und schwitzt sie an. Löscht das Ganze anschließend mit der Milch ab. Lasst es noch kurz etwas köcheln und schaltet die Herdplatte dann aus. Lasst die Ei-Milch-Masse etwas abkühlen und gebt sie über die Brotmasse. Verknetet das Ganze zu einer homogenen Masse.

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Und jetzt kommt der Geheimtipp! Stellt die Schüssel mit der Masse am besten über Nacht in den Kühlschrank und verarbeitet sie erst am nächsten Tag zu kleinen Knödeln. Das Ganze kann dann richtig toll durchziehen und die Knödel werden viel saftiger und fluffiger sein. Falls ihr euch nicht bis zum nächsten Tag gedulden könnt, könnt ihr sie natürlich auch direkt in die Pfanne werfen 🙂 Sie schmecken natürlich auch so gut, aber sie die Nacht stehen zu lassen, macht den kleinen aber feinen Unterschied aus.

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Nehmt nach und nach eine Handvoll Knödelmasse aus der Schüssel und formt sie zu Kugeln. Drückt sie dann vorsichtig etwas platt, sodass kleine runde Plätzchen entstehen. Verfahrt so mit dem restlichen Teig. Lasst die Butter in der Pfanne schmelzen und gebt dann die Knödel hinzu. Bratet sie am besten nicht zu scharf und schnell an, denn ihr wollt ja auch, dass sie innen durchgebackenen sind. Lieber etwas Temperatur herunter nehmen. Wendet sie regelmäßig bis sie eine goldbraune Farbe haben. Ich decke die Pfanne zwischendurch immer mit einem Deckel ab, damit sie auch im Kern gut durch werden und schön heiß sind.

Genießt die Knödel dann mit einem bunten Salatteller eurer Wahl.

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Bon appetit! 

Kennt ihr das auch? Es gibt bestimmte Gerichte, die man einfach unweigerlich mit Urlaub verbindet. Wenn man genüsslich hineinbeißt und die Augen schließt, hat man die gesamte Urlaubskulisse vor Augen. Ja man kann förmlich die Landschaft mit ihrem ganz eigenen Duft in der Nase wahrnehmen und spürt sogar, wie die Sonne sanft das Gesicht kitzelt… haaaach…

Mir geht es defintiv immer so, wenn Kaspressknödel vor mir auf dem Teller liegen. Zack… und ich bin am Hintersteiner See.

Bei welchen Leckereien verspürt ihr das größte Fernweh?

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