Schweden-Roadtrip 2017 – Teil 5

Gemeinsam mit euch reise ich gedanklich jetzt noch einmal zurück zu unserem diesjährigen Schwedenurlaub.

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Die letzte Station, an der wir unser Zelt aufgeschlagen haben, war der Campingplatz Långasjönäs – gelegen am gleichnamigen Naturschutzreservat. Dieses wunderschöne Gebiet befindet sich in der Provinz Blekinge unweit der Stadt Karlshamn.

Es ist ein wahres und vor allem weitläufiges Natur-Paradies, das man auf ganz vielfältige Art und Weise erkunden kann. Beispielsweise zu Fuß. Denn am Campingplatz beginnen einige Strecken, die direkt am See entlangführen oder aber den Wald durchqueren. Bei schönem Wetter – das wir zum Glück hatten – lohnt sich zudem eine Abkühlung im See. Einfach traumhaft, hier seine Runden zu ziehen, dabei den Ausblick zu genießen und anschließend einfach so in der Sonne zu liegen, sich wärmen zu lassen und nichts zu tun. Hach… da wird meine Sehnsucht gerade wieder ganz groß.

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Man kann das Gebiet aber auch ideal mit dem Kanu erkunden. Los gehts mit gemietetem Boot direkt am Campingplatz. Für Angler lohnt es sich in jedem Fall die Angel griffbereit zu haben. Denn der See ist ein ausgezeichnetes Gebiet, um die Rute auszuwerfen.

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Angeln ist auch ein gutes Schlagwort für ein nahegelegenes Ausflugsziel, das sich ebenso für Nicht-Angler lohnt: Mörrum. Sozusagen das Mekka für Lachsangler 🙂 mit einer langen, traditionsreichen Geschichte, die vor Ort auch erlebbar gemacht wird. Neben einem Shop, einer Ausstellung und einem Restaurant, berichten viele Tafeln an unterschiedlichen Stellen, darüber wie die den Fluss hochziehenden Lachse in vergangenen Tagen aber auch heute diese Gegend nachhaltig geprägt haben und es immer noch tun. Entlang der beiden Ufer kann man zudem einen schönen Spaziergang machen. Doch auch schon allein der Besuch des Wasserfalls ist lohnenswert. Zu sehen, wie das Wasser in atemberaubender Geschwindigkeit und Menge die Felsen herabrauscht und zu wissen, dass die Lachse jedes Jahr diesen Weg einschlagen und solche Hindernisse überwinden, ist wahnsinnig beeindruckend.

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Der nächste Ausflug, von dem ich euch berichten möchte, liegt nicht ganz im klassischen „Einzugsgebiet“. Aber es ist ein Ort, den wir in jedem Schwedenurlaub aufsuchen. Für uns ist das einfach Pflichtprogramm. Ein Tag Åhus gehört einfach dazu. Zum einen weil das Städtchen einfach schön ist, zum anderen weil wir als große Eisliebhaber dort unseren Garten Eden gefunden haben – das Glassbåten. Ein kleines Boot, das das leckerste Eis überhaupt anbietet. Okay okay… und zudem sind es auch sicherlich die größten, prall gefülltesten Eistüten, die wir in unserem Leben je geschleckt haben 🙂 Und genau deshalb kommen wir immer und immer wieder 🙂

Ein weiterer Ausflug, den wir unternommen haben, führte uns zum Fabriksverkauf  der Ronneby bruk. Hier gibt es alles Erdenkliche aus Guss. Wie ich bereits im vorangegangenen Teil unseres Reiseberichts erzählt habe, sind wir was Küchenuntentensilien und alles rund um den gedeckten Tisch betrifft, etwas (sagen wir) leidenschaftlich 🙂 Wir lieben einfach schöne Dinge zum Zubereiten und Servieren von Speisen. Denn so macht das Kochen und Gastgeben noch mehr Spaß als es das eh schon tut. Sollten noch mehrere Schwedenurlaube folgen, könnte es uns allerdings unter Umständen passieren, dass wir unseren Kleiderschrank zugunsten von Töpfen und sonstigen Kochgadgets räumen müssen 😀

DSC03061Tja, und so endete unser diesjähriger Schwedenurlaub mit allem was dazu gehört: ganz viel wunderschöner Natur, Ruhe, Entspannung und natürlich Genuss.DSC02268neu

 

 

Schweden-Roadtrip 2017 – Teil 4

Wie ich euch am Ende des letzten Teils angekündigt habe, verlief der vierte Abschnitt nicht ganz so wie geplant. Vom Tiveden aus machten wir uns auf in Richtung Süden. Im Blick hatten wir die Region rund um den Åsnen See im Småland.

DSC02108neuNach über vier Stunden Fahrtzeit kamen wir am Campingplatz an, den wir ausgeguckt hatten. Prinzipiell war er nicht schlecht, riss uns aber auch nicht vom Hocker. Der entscheidende Punkt, warum wir uns letztendlich entschlossen weiterzufahren, war der starke Wind. Da hätten wir unser Zelt niemals aufgestellt bekommen.

Also griff ich zu unserem Campingführer. Zwei weitere Plätze in der Nähe steuerten wir an. Deren Anblick enttäuschte uns allerdings noch mehr. Und so fuhren wir abermals weiter. Weiter hinein ins Småland – mit der Hoffnung hier fündig zu werden.

Es folgte Campingplatz Nummer vier. Direkt an einer vielbefahrenen Hauptverkehrsstraße gelegen. Hier wollten wir selbst eine Nacht nicht bleiben. Irgendwo musste es doch ein schönes Fleckchen für uns geben. Also fuhren wiederum weiter. Doch die Zeit saß uns inzwischen ganz schön im Nacken. Wer schon mal in Schweden mit dem Auto unterwegs war, wird das nachvollziehen können. Deutsche Entfernungs-Zeit-Rechnungen greifen hier nicht 🙂

Und so folgte Platz Nummer fünf. Auch hier leider absolut keine Option für uns zu bleiben. Eigentlich war das eher ein betonierter Parkplatz als eine Campingmöglichkeit.

Also stiegen wir wieder ins Auto und fuhren weiter. Nach wie vor auf der Suche nach einer Bleibe. Inzwischen hatten wir auch unsere Ansprüche ordentlich heruntergeschraubt. Und so wurden wir dann doch noch fündig. Platz Nummer sechs ist es geworden. Kein Knaller, aber schön gelegen und sauber. Inzwischen war es fast 19 Uhr.

Wir schlugen das Zelt auf und machten uns trotz des miesen Tags noch einen netten Grillabend. Und die Lage am See entschädigte dann doch etwas die Strapazen des Tages.

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Am nächsten Morgen bauten wir unsere Bleibe wieder ab und zogen weiter. Doch zuvor machten wir noch Halt beim Kosta Outlet. Sozusagen nachträgliches Frustshopping 🙂 Und wir waren dabei äußerst erfolgreich. Wer auf der Suche nach Schnäppchen im Bereich Sportbekleidung, Deko und alles rund um den gedeckten Tisch sowie Küchenutensilien ist, wird mit Sicherheit das ein oder andere Mitbringsel erstehen. Doch neben schönem skandinavischen Geschirr gibt es hier auch noch weitere Attraktionen. Die Möglichkeit selbst Glas zu blasen, ist ein Highlight, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Bei so viel Shopping kann einem schon mal die Puste ausgehen. Zur Stärkung gibt es unterschiedlichste Varianten – Restaurants, Cafes, Imbissbuden. Wir haben uns für eine Pizzeria ein paar hundert Meter abseits (Don Camillo) entschieden. Hier gab es Pizzabuffet mit einer Auswahl an Salaten. Das können wir euch wärmstens empfehlen. Die Pizza sowie die Beilagen waren super lecker und es waren sogar ein paar ausgefallene Kreationen dabei. Habt ihr schon mal Curry-Pizza mit Banane gegessen? Ich gebe zu, es klingt in der Tat ziemlich verrückt, war aber erstaunlich gut.

Wieder gut gelaunt und gesättigt machten wir uns auf den Weg zu unserer nächsten und letzten Station auf unser diesjährigen Schwedenrundreise: dem See Långasjön.

Und so viel kann ich schon mal verraten: eine wirklich traumhaft schöne Gegend

Schweden-Roadtrip 2017 – Teil 3

Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich gerade im halbdunklen Raum und blicke in ein tristes, graues, verregnetes Etwas draußen. Ich muss daran denken, dass ich euch noch den nächsten Teil unseres Schweden-Trips schuldig bin. Nichts lieber als das 🙂 Denn der nun folgende Abschnitt war der schönste auf unserer Reise. Nur zu gerne lasse ich das jetzt mit euch gemeinsam Revue passieren und träume mich zurück zu angenehmen 20 Grad und Sonnenschein.

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Los geht’s…

„Prolog“ oder „Vom traumhaftesten Campingplatz unseres bisherigen Camperdaseins“

Vom Vänern aus machten wir uns auf den Weg in den Nationalpark Tiveden. Normalerweise sind wir was die Auswahl unserer Campingplätze betrifft, immer so gestrickt, dass wir vor Ort spontan schauen, wo es uns hintreibt. Dieses Mal war es etwas anders. Da wir schon einige schöne Fleckchen in Südschweden erkundet haben, hatte ich im Vorfeld bereits geschaut, wo wir denn eigentlich noch nicht waren. Dabei bin ich dann auf das zwischen Vänern und Vättern liegende Gebiet mitsamt dem Camping Tiveden gestoßen. Auf den Bildern im Internet sah das alles sehr schön aus und auch die Resonanzen auf deren Facebook-Seite waren durchweg super. Also haben wir ihn einfach mal direkt angesteuert. Und was soll ich sagen? Wir haben wirklich schon sehr viele Campingplätze in unterschiedlichen Ländern gesehen und auch lieben gelernt, aber in diesem Sommer haben wir unseren neuen Lieblingsplatz gekürt 🙂 Mitten im Wald gelegen, umgeben von vielen hohen Bäumen, mit direktem Zugang zum wunderschönen Undensee, nur einen Steinwurf entfernt vom Nationalpark und dann auch noch so liebevoll bis ins kleinste Detail gestaltet und mit Herzblut geführt – da schlugen unsere Camperherzen gleich doppelt so schnell. Die Inhaber stammen eigentlich aus den Niederlanden und haben sich mit dem Campingplatz einen Traum erfüllt. Und das merkt man wirklich egal wohin man blickt: sei es bei den eigens gestalteten, laminierten Wanderkarten, die man ausleihen kann, um das direkte Umfeld zu erkunden, die vielen Blumen, die überall auf dem Gelände zu finden sind, die Feuerstelle am See mit dem danebenstehenden Holz, das man kostenlos verwenden darf, dem kleinen campingeigenen Restaurant oder auch einfach dem immer freundlichen Lächeln auf den Lippen. Ihr merkt, ich könnte euch noch stundenlang weitervorschwärmen. Aber damit ihr versteht, was ich meine, lege ich jetzt mal mit dem los, was wir dort so erlebt haben.

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Wie wir nach und nach in den Bann des Tiveden gezogen wurden

An insgesamt drei Tagen haben wir den Tiveden unsicher gemacht. Tag 1 bestand vor allem daraus, erstmal die Lage zu checken, welche Möglichkeiten zu wandern sich uns hier bieten und einfach mal die Gegend zu erkunden. Dabei hat es uns zuerst nach Tivedstorp verschlagen. Einem Dorf mitten im Tiveden. Heute dient das Anwesen als Herberge für Wanderer und Besucher. Ein wirklich idyllischer Ort. Viele alte Holzhäuser in toller naturnaher Kulisse mit gemütlichem Freiluft-Café. Hier solltet ihr unbedingt vorbeischauen, wenn ihr in der Gegend seid. Zudem bekommt man hier viele Informationen über die Wandermöglichkeiten des Nationalparks. So beginnt bzw. endet in Tivedstorp auch eine Etappe des Bergslagsleden, einem schwedischen Weiterwanderweg – aber dazu später mehr.

Danach sind wir dann zu Vitsand, einer der Haupteinstiegsstellen für die Wanderrouten, aufgebrochen. Mitten im Wald erwartet man ja viel, aber eher keinen See mit Sandstrand. Fast ein bisschen surreal wirkt der feine, helle Sand mitten in der (wie man den Tiveden auch nennt) südlichsten Wildnis Schwedens. Auf großen Hinweistafeln findet man alle Routen, die sich durch den Tiveden schlängeln. Mit detaillierten Angaben dazu, wie lang die Strecken sind, wie der Höhenverlauf so ist und welchem Markierungszeichen man dafür folgen muss. Unsere Wahl für den nächsten Tag ist getroffen. Zuerst werden wir einen kurzen, aber steilen Trail (1,3 km) machen, der uns zur Vitsandsgrottorna führen wird. Danach werden wir den längsten hiesigen Trail (9,5 km) anschließen, der einmal rund um den ganzen See führt. Sehr gespannt und voller Vorfreude machen wir uns auf den Weg zurück zum Campingplatz, um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen.

Ein Schild am campingeigenen Restaurant macht uns darauf aufmerksam, dass es heute Pommes frites gibt. Noch grübeln wir, was genau das bedeuten mag. Aber schon kurze Zeit später bietet sich uns folgendes Schauspiel: Einer nach dem anderen rüstet sich mit großen Schüsseln oder Töpfen und macht sich auf den Weg zur Pommesausgabestation. Größtenteils haben die Männer das Vergnügen diese wichtige Aufgabe zu erledigen. Und so kehren sie nach und nach alle wieder mit ihren prall gefüllten Gefäßen zurück. Innerhalb kürzester Zeit sind alle mit Essen beschäftigt. So etwas haben wir noch nie erlebt. Ein ganzer Campingplatz im Pommeswahn 🙂 Jaaaa… auch wir haben uns eine Portion gegönnt. So cool fanden wir die Idee irgendwie. Und sind wir mal ehrlich, wer kann da schon wiederstehen, wenn immer mal wieder von den Nachbarplätzen eine so verführerische Duftwolke herüberzieht 🙂

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Nach dem Essen, als langsam die Dämmerung einsetzt, sich der Himmel mit den schönsten rot und lila Tönen schmückt, sind wir nochmal Richtung See aufgebrochen und wurden mit atemberaubenden Anblicken belohnt. Es gibt nichts Schöneres und Beruhigenderes als dort am Steg zu sitzen und dabei zuzusehen, wie sich der Himmel nach und nach verfärbt. Sich ganz bewusst, das laue Lüftchen um die Nase pusten zu lassen und ein Lagerfeuer anzuzünden. Bis spät in die Nacht haben wir dort gesessen – alle anderen waren schon lange in ihre Schlafsäcke oder Betten gekrochen – und haben unsere Blicke immer wieder zwischen dem knisternden Feuer und dem wunderschönen Panorama hin- und herschweifen lassen. In solchen Momenten dieser tiefen, inneren Zufriedenheit fragt man sich, warum man nicht einfach dortbleibt. Tja, uns ist eigentlich kein allzu guter Hinderungsgrund eingefallen 🙂

Bergauf und -ab im Reich der Trolle

Die Sonne weckt uns am nächsten Tag recht früh, indem sie unser Zelt erst angenehm, dann irgendwann fast unerträglich erhitzt. Fast so als ob sie uns sagen wollte, dass wir endlich aufstehen sollen, weil es doch unendlich viel zu entdecken gibt. Wo sie recht hat, hat sie recht 🙂 Nach einem kurzen Frühstück geht es los: Rucksack mit Proviant packen, ins Wanderoutfit springen, Kameratasche checken. An alles gedacht? Ja! Na dann los. Wir fahren wieder zur Einstiegsstelle Vitsands und verfolgen unseren Routenplan wie gestern beschlossen. Die kurze Route führt uns teils steil bergauf über größere und kleinere Felsbrocken, unter umgefallenen Bäumen hindurch. Eine kleine Abenteuerroute, die uns eindrucksvoll vor Augen führt, warum man hier immer wieder von Wildnis und Trollen spricht. Dieser ganze Schauplatz hat wirklich etwas Mystisches an sich. Nachdem wir „ganz oben“ angekommen sind, geht es wieder bergab. Tolle Ausblicke wechseln sich mit Staunen über die riesigen Felsbrocken und deren „Entstehungsweg“ ab.

Wieder am Ausgangspunkt angekommen, starten wir direkt von Ort und Stelle unsere Route rund um den See. Immer wieder ein bisschen bergauf und bergab führt dieser Weg in weiten Stücken direkt am See entlang. Manchmal entfernt er sich wieder etwas, führt uns tief in die Wälder hinein. Doch immer wieder kommen wir wieder zum See zurück. Wir sind meist auf schmalen Trampelpfaden unterwegs, aber ab und zu auch auf bereiteren Forstwegen. Manchmal läuft man auch auf den großen Felsbrocken entlang oder lässt große Höhenunterschiede über Holztreppen zurück. Aber in jedem Fall immer gut geführt und begleitet von den Markierungszeichen, die als Banderole um die Bäume gebunden sind. Verlaufen kann man sich hier definitiv nicht 🙂 Insgesamt ist die Strecke ein wirklich sehr schöner, abwechslungsreicher Weg, der an einigen Stellen andere Wanderwege kreuzt, sodass man die Tour nach Belieben ausbauen kann.

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Ein wirklich sehr schöner Wandertag, den wir mit einem Bad im Undensee beenden. Okay… ich gebe es zu – ich war nur bis zur Hüfte drin. Denn das Wasser war so kalt, dass man das Gefühl von tausend Nadelstichen hatte. Ich liebe es ja, in wirklich kühlem Wasser zu baden, aber das war mir ein bisschen zu kalt 🙂 Beim nächsten Mal werde ich es trotzdem wieder versuchen.

Auf den Geschmack gekommen und das Herz verloren

Tag 3 stand im Zeichen des Bergslagsleden. Wie ich euch schon erzählt habe, ist das ein Weitwanderweg. In insgesamt 17 Etappen führt er mit 280 km von Kloten bis Stenkällegården. Er ist Schwedens längster Flachwanderweg. Wir laufen seine letzte Etappe von Tivedstorp nach Stenkällegården. Die Strecke beträgt 12 km. Da wir aber wieder zu unserem Auto zurück mussten, sind wir auf anderer Strecke den Weg zu unserem Ausgangspunkt zurückgelaufen und hatten dadurch eine Gesamtstrecke von 23 km.

Los ging es vorbei an saftig grünen Wiesen und typisch schwedischen roten Holzhäusern. Bereits nach kurzer Zeit tritt man ein in das Reich des Waldes. Zwischen hohen Bäumen und einer endlos scheinenden Decke aus Heidelbeersträuchern führt stets ein schmaler Weg, dem man immer wieder auf und ab und auf und ab folgt. Mal durchquert man eine Lichtung, mal kommt man an einem schimmernden See vorbei, mal muss man über einen Holzsteg das unter einem liegende Moor überqueren, mal geht es über kleinere Felsabschnitte hoch und wieder runter, mal kommt man an einer Raststätte mit Übernachtungsmöglichkeit vorbei. Und auch hier immer gut geführt von den Holzwegweisern auf denen sich das Bergslagsleden-Wandersymbol befindet. Ich habe euch ja schon mal verraten, dass ich es liebe nach reifen Heidelbeeren am Wegesrand Ausschau zu halten. Sagen wir mal so: die Strecke war sehr ergiebig 🙂

Kurz vor Ende der Strecke führt der Weg dann für einen Moment auf einen breiten Forstweg, bevor es dann wieder in den Wald geht und man kurz darauf durch unzählige Farne wandert. Und dann sind wir auch schon am Ziel angekommen. Der Wald endet an dieser Stelle und gibt den Blick auf einen wunderschönen See und grüne Wiesen frei.

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Hier kann man im Winter Skifahren. Im Sommer bietet ein Campingplatz die Möglichkeit, sich mit Kaltgetränken des Shops zu erfrischen. Was wir natürlich glatt wahrnehmen,  bevor wir uns auf den Rückweg machen. Weil wir nicht auf der gleichen Strecke zurücklaufen wollen, entscheiden wir uns dazu, der Straße zu folgen. Das machen wir eigentlich nicht ganz so gerne, aber hier kann man es echt empfehlen. Landschaftlich hat sich das wirklich gelohnt. Und weil hier nicht viel Verkehr ist, stört es auch nicht, wenn dann doch mal ein Autofahrer oder eine kleine lustige Raupe vorbeikommt.

Bisher hatte ich die Vorschläge meines Mannes, doch mal eine mehrtägige Wandertour zu machen, ja immer abgewiesen, aber ich muss sagen, ich glaube durch diese Strecke bin ich echt auf den Geschmack gekommen. Mal schauen, was das nächste Jahr uns so bringen wird.

Diesen wunderschönen Tag haben wir im Restaurant des Campingplatzes ausklingen lassen. Eine kleine aber feine Karte bietet so manche schwedische Leckerei. Doch damit nicht genug. Den Tag konnten wir (obwohl das echt schwer war) noch besser machen. Denn auf dem Campingplatz hat man die Möglichkeit eine Fasssauna zu mieten. In einer kleinen, abgeschirmten Lichtung ist neben der Sauna noch ein liebevoll ausgestatteter Ruhe- und Erfrischungsbereich angelegt. Und man hat sogar die Möglichkeit direkt in den kühlen See zu springen. So aufgeheizt ging das auch echt gut und hat sich gar nicht mehr so kalt angefühlt wie am Nachmittag zuvor 🙂 Einfach ein Traum… in der mit Holz beheizten Sauna zu sitzen, in die schöne Natur zu schauen und dann in den See zu springen oder sich unter dem Holzeimer Abkühlung zu verschaffen. So kann man es aushalten.

Ein weiterer Punkt, der es schwermacht, Gründe zu finden, warum man diesen himmlischen Ort jemals wieder verlassen sollte. Und da wir dann noch so einen bezaubernden Sonnenuntergang geboten bekommen haben, war das Glück an diesem Tag einfach vollends auf unserer Seite.

Jenseits von Wäldern, Wanderungen und Trollen

An Tag 4 haben wir einen Ausflug ins ca. 30 km entfernte Karlsborg gemacht. Schon bei unserer Ankunft haben wir gleich das Schauspiel mitbekommen, dass sich vor uns die Straße hochklappte, um die Schiffe auf dem Götakanal hindurch zu lassen. Das hat schon echt was, wenn sich die gesamte Straße vor dir um 90 Grad senkrecht nach oben klappt.

Zu Fuß haben wir dann noch das riesige Gelände der dortigen Festung erkundet. Von einer Mauer umrundet beherbergt sie im Innern Wohnungen, Geschäfte, Werkstätten und sogar ein Krankenhaus.

Aber auch am Ufer des Vättern lässt sich ein schöner Spaziergang machen.

Den restlichen Tag haben wir dann ganz entspannt und mit viel Ruhe ausklingen lassen 🙂 bevor wir uns am nächsten Tag (ganz ausgesprochen) schweren Herzens auf den Weg gemacht haben, unsere nächste Station zu erreichen.

(An dieser Stelle habe ich euch bisher immer verraten, wo es uns in Folge hin verschlagen hat. Da es aber eine wahre Odyssee war, muss ich euch davon in aller Ruhe im nächsten Abschnitt berichten…)

Schweden-Roadtrip 2017 – Teil 2

Nach vier schönen aber windigen Tagen in Falkenberg führte uns unsere Route weiter nach Lidköping, einer Stadt in der Provinz Västra Götalands län gelegen an einem der südlichen Zipfel des Vänern. Eingekehrt sind wir auf dem wunderschön gelegenen und gut ausgestatteten KronoCamping Lidköping. Er liegt direkt am See. Geht man in die eine Richtung findet man sich mitten in der Natur wieder. Geht man in die andere Richtung ist man in Kürze zu Fuß im Herzen der schnuckligen Stadt.

Neben diversen Möglichkeiten durch nette, kleine Läden zu bummeln, in gemütlichen Cafés einzukehren oder am Fluss entlang zu schlendern, gibt es noch die Option kleinere oder größere Schnäppchen zu erhaschen. Im Rörstrand Center gibt es mehrere Outlets: so lassen sich im Bereich Design und Porzellan (bspw. bei Iittala) schöne Mitbringsel finden oder auch Kulinarisches bei Delicato. Es gibt dort aber auch Cafès, das Rörstrand Museum und einige Kunstgeschäfte, sodass sich ein Besuch in jedem Fall lohnt.

Doch nochmal kurz zurück zum Campingplatz: Nicht nur, dass man am See direkten Zugang zu einer schönen Badebucht hat, nein – man hat als Campinggast auch im angrenzenden Freibad kostenlosen Eintritt. Und so kam es, dass wir an einem Tag ein paar Bahnen geschwommen sind und uns danach auf der großen Wiese von den Sonnenstrahlen haben das Gesicht kitzeln lassen. Für alle Sportbegeisterten liegt in unmittelbarer Nähe und auch direkt am See ein kleines frei zugängliches „Outdoor-Fitnessstudio“ mit Geräten, die mithilfe des eigenen Körpergewichts funktionieren. Als Joggingroute ist der Weg am See entlang nur bedingt zu empfehlen, da er einfach zu kurz ist und man sich schnell mitten in der Stadt wiederfindet. Im nahe gelegenen Råda hingegen gibt es mehrere Routen unterschiedlicher Länge, die sich durch den Wald und dortige Lichtungen (mit teils schönem Panoramablick auf den Vänern) schlängeln. Das haben wir getestet und für echt schön befunden. Allerdings geht es hier schon etwas auf und ab 🙂 darauf sollte man sich einstellen.

Wenn man in Lidköping ist, gibt es ein Ausflugsziel, dass man auf gar keinen Fall auslassen sollte – Schloss Läckö. Es ist einfach ein absolut märchenhafter Ort. Ein wunderschönes Schloss mit roten Türmchen vor einer grandiosen Kulisse. Auf einer Insel in den Schären des Vänern gelegen prangt das ca. 700 Jahre alte Schloss und bietet neben schönen Spazierwegen und Bootstouren auch eine super spannende Führung im Innern. Wir haben uns dieses Mal auf das Drumherum fokussiert. Denn in unserem letzten Schwedenurlaub waren wir schon mal hier, hatten die Führung mitgemacht (die wirklich sehr sehr empfehlenswert ist!!!), konnten aber draußen eigentlich gar nichts sehen, weil es ununterbrochen geregnet hatte und alles komplett grau in grau war. So haben wir nun die Kulisse in vollen Zügen genossen 🙂 Und auch das Café lädt dazu ein, etwas länger in dieser wahrhaftigen Oase zu verweilen.

Im Bereich des Berges Kinnekulle gibt es schöne Naturschutzgebiete, die es zu entdecken gilt. Wir waren bspw. besonders von Stora Stenbrottet beeindruckt. Einem Steinbruch, der vor der Kulisse eines Sees 40 Meter in die Höhe ragt. Man nennt ihn auch den „Kleinen Grand Canyon“. In der Tat ist der Vergleich gar nicht so unpassend 🙂

Generell kann man das Gebiet rund um Lidköping gut zu Fuß, zu Rad oder zu Boot entdecken. Es bietet eine bunte Mischung aus Sport und Kultur. Für uns geht die Reise allerdings bereits nach drei Tagen weiter, da wir schon mal dort waren und schon beim letzten Mal einiges gesehen haben. So machen wir uns auf die Reise nach Tived – am Fuße des Nationalparks Tiveden, der als die südlichste Wildnis Schwedens bezeichnet wird.

Ihr dürft also gespannt sein…

Schweden-Roadtrip 2017 – Teil 1

An was denkt ihr, wenn ihr Schweden hört?

Wenn man sich noch nicht so sehr mit dem Land der Elche beschäftigt hat, liegen da sicherlich IKEA, Hot Dogs, Zimtschnecken, Stockholm und Mücken ganz vorne. An all diesen Antworten ist in der Tat etwas dran 🙂 aber Schweden bietet so viel mehr. Ein bisschen hatte ich ja bereits in meinem vergangenen Beitrag „Schweden-Sehnsucht“ von unseren nordischen Nachbarn geschwärmt. Heute möchte ich euch auf den ersten Abschnitt unserer diesjährigen Schwedenrundreise mitnehmen und einige unserer Lieblingsplätze und -erlebnisse verraten. Und vielleicht habt ihr ja auch ein paar Tipps für mich? 🙂

Mit Sack und Pack ging es los

Ende Juni war es soweit – unser insgesamt dritter Schwedenurlaub hat an die Tür geklopft. In Sachen Anreise haben wir uns wieder für die Variante „Fähre“ entschieden. Anders als sonst sind wir aber dieses Mal am Abend mit dem Auto gestartet, um rechtzeitig zum Ablegen der Fähre um 3 Uhr nachts an Bord zu sein. Und ich muss sagen, das war wirklich sehr entspannt und angenehm. Wir sind kurz nach 18 Uhr aufgebrochen. Da war ein Großteil des Feierabendverkehrs bereits vorbei und somit nicht mehr ganz so viel auf den Straßen los. Und auch auf der Fähre ist es dann mit einer Schlafkabine ein sehr gechilltes Weiterreisen 🙂 Denn auf diese Weise konnten wir erstmal ein paar Stunden schlafen, bevor es dann (nach 9 Stunden Überfahrt) in Schweden noch 175 Kilometer weiter ging, bis wir unsere erste Basisstation erreicht haben: Falkenberg.

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Falkenberg

Dieses malerische, kleine Städtchen liegt an der schwedischen Westküste in der Provinz Halland. Mit seinen schnuckligen Geschäften lädt es in der Innenstadt zum Bummeln und Verweilen in Bäckereien, Cafés und Gaststätten ein.

 

Von springenden Fischen und wie Wolken ziehenden Gedanken

Doch der hauptsächliche Grund, warum wir uns so sehr in Falkenberg verliebt haben, ist der Fluss Ätran. Er ist einer der längsten Flüsse Schwedens. Was ihn für meine bessere Hälfte so besonders macht, sind die Lachse, die jedes Jahr den Ätran entlang ziehen. Zwei Tage hat er auf der dortigen Brücke verbracht und immer wieder seine Angel ausgeworfen. Leider hat er dieses Mal kein Glück gehabt. Und das obwohl sie immer wieder ganz nah an der Angel dran waren 🙂

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Ätran

Ich hingegen liebe es, dem Flussverlauf zu folgen und die Natur in vollen Zügen zu genießen. Dort wechseln sich dichte Nadelwaldabschnitte mit zahlreichen, endlos in den Himmel ragenden Birken und sanft-grünen Wiesen ab. Die vorbeiziehenden Wolken spiegeln sich wunderschön im dunklen Blau des Wassers. Die Strecke eignet sich auch ideal als Joggingroute. Wie könnte man besser seine Gedanken davonfliegen lassen, als bei einem solchen Anblick?!DSC01635neu

Wenn der Wind um die Nasenspitze pustet

Die Küste Hallands lädt allerdings auch zum Baden und ausgedehnten Spaziergängen ein. Wir waren auf dem Hansagårds Camping untergebracht – der kleineren, familiäreren Alternative des großen Campingnachbarn. Bei beiden Varianten hat man direkten Zugang zum Meer. Unser Campingplatz trennt sich lediglich durch einen Streifen aus Schilfen, Farnen und Küstenblumen vom wunderschönen, hellen Sandstrand. Direkt vor diesem Abschnitt liegt auch eine kleine Insel, die man über einen Pfad aus aufgetürmten Steinen zu Fuß erreichen kann. Ein schöner kleiner Ausflug.

Ein weiteres Highlight des Campingplatzes ist definitiv seine Kartoffelschälmaschine. Ja – ihr habt richtig gelesen. Dort steht eine Maschine, in die man seine rohen, ungeschälten Kartoffeln wirft. Mit einem Drehmechanismus ausgestattet wirbelt sie die Kartoffeln im Inneren so lange an den schmirgelpapierähnlichen Wänden entlang bis die kleinen Knollen komplett ihrer Haut entledigt sind. Ich würde euch jetzt so gerne ein Bild oder gar ein Video dieses Spektakels zeigen, aber leider hatten wir diese Aufnahmen mit einem Handy gemacht, das sich kurz danach einfach aus dem Nichts resettet hat. Die Bilder hatten wir da leider noch nicht gesichert… 😦

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Glommen

Während unseres Aufenthalts in Falkenberg war es sehr windig, sodass wir das tosende Meer nur mit etwas Abstand genießen und leider nicht in die Fluten springen konnten. Deshalb haben wir unseren Fokus zum einen auf das Spazierengehen gelegt und dabei das Fischerdorf Glommen und das in der Nähe liegende Naturreservat Morups Tånge mitsamt Leuchtturm entdeckt.

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Morups Tånge

Zum anderen haben wir einen Ausflug zum Tjolöholms Slott unternommen. Als wir das Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Schloss das erste Mal erblickt haben, schlug unser Englandherz gleich etwas höher. Das im Tudorstil erbaute und gut erhaltene Schloss steht auf einem riesigen Areal, das zu weiteren Erkundungen lockt.

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Tjolöholms Slott

Eingebettet zwischen großen Wiesen und Feldern sowie dem Meer lohnt es sich etwas mehr Zeit mitzubringen. Immer wieder kommt man vorbei an Sitzgelegenheiten, die zum Verweilen oder Picknicken einladen. An warmen Tagen sollte man auf jeden Fall Badesachen dabeihaben, da sich an den Park eine eigene Badestelle anschließt.

Aber auch der weitläufige Schlossgarten, die eigene Kirche sowie das Dorf Allmogebyn wollen erkundet werden. Das Besondere an diesem Dörfchen ist, das dort früher die Gutsarbeiter gelebt haben. Sie haben die kleinen Häuser kostenlos bewohnen dürfen. Manche kann man auch innen besichtigen, andere hingegen können als Ferienhaus gemietet werden.

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Allmogebyn

Bei so viel frischer Luft und spannenden Erlebnissen darf natürlich auch die entsprechende Stärkung nicht fehlen. Wir haben das dortige Café besucht, einen wahnsinnig guten Kaffee getrunken und dazu ein Stück Kladdkaka geschlemmt. Aber dennoch waren wir ganz traurig darüber, nicht mehr klein zu sein. Denn im Innern der großen Halle war ein Lönneberga-Dorf aufgebaut, das unser Herz höherschlagen ließ. Dort konnte man vom Michel’schen Schuppen über ein Brett in die Vorratskammer mit den vielen Würsten klettern, über Leitern in Häuser einsteigen und im See sein Angelglück versuchen (die Kinder bekamen dann klammheimlich etwas an die Angel gesteckt).dsc01786neu.jpgGanz beseelt von der Vorstellung wie es wäre selbst alles erkunden zu können und trunken von eigenen Lindgren’schen Kindheitserinnerungen, haben wir uns dann auf den Weg zurück nach Falkenberg gemacht, um uns nach vier spannenden wie erholsamen aber durchgepusteten Tagen auf den Weg zu unserer nächsten Station Lidköping zu machen.

Dazu in Kürze mehr…

Blåbärskladdkaka

DSC02465Was wäre die schwedische Backstube nur ohne ihren typischen Schokoladenkuchen Kladdkaka?

Für mich gehört es zu einem perfekten Schwedenurlaub dazu, ihn mindestens einmal zusammen mit einem guten Kaffee zur Nachmittagsstunde zu genießen. Schokolade geht einfach immer. Vor allem wenn der Kuchen dann auch noch so super schokoladig ist wie dieser 🙂

Heute wandle ich ihn für euch mit einer weiteren typisch schwedischen Zutat ab: Blaubeeren. Ich muss ja gestehen, dass ich immer, wenn ich in Schweden oder den Alpen zu Fuß unterwegs bin, zur absoluten Bremse werde, wenn ich auch nur Blaubeersträucher am Wegesrand erahne 🙂 Was regelmäßig die Nerven meiner Mit-Wandersleute strapaziert… Aber genug erzählt. Los geht’s mit dem Rezept, das ich für euch aus meinem Schweden-Urlaub mitgebracht habe.

Für einen schwedischen Schokoladen-Blaubeerkuchen benötigt ihr folgende Zutaten:

200g Butter, 375g Zucker, 4 Eier, 215g Weizenmehl, 8 EL Kakao, 300g Heidelbeeren.

Schmelzt die Butter, gebt sie in eine Schüssel und rührt dann den Zucker solange unter bis er sich komplett aufgelöst hat. Gebt nach und nach die Eier hinzu. Fügt dann Mehl und Kakao (am besten durchgesiebt) hinzu und verrührt alles zu einem gleichmäßigen Teig.

DSC02410Wascht die Heidelbeeren und zieht sie vorsichtig unter. Fettet eine Springform mit Butter, stäubt sie mit Mehl aus und gebt den Teig hinein. Verstreicht ihn zu einer glatten Maße.

Backt den Kladdkaka im vorgeheizten Ofen bei 175 Grad Umluft für 40 – 45 Minuten. Lasst ihn etwas auskühlen, bevor ihr ihn aus der Form löst.

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Aber dann heißt es: Bon Appetit! 🙂

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Hej hej!

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In den vergangenen Wochen war es etwas ruhig um mich. Aber nun melde ich mich aus unserem traumhaften Schwedenurlaub zurück – mit ganz vielen kulinarischen Inspirationen im Gepäck, die ich dort gesammelt habe. Und natürlich werde ich euch auch ein paar lohnende Tipps für euren nächsten Schwedentrip verraten. Doch bevor es damit so richtig losgeht, brauche ich noch etwas Zeit, die vielen tollen Sachen Revue passieren zu lassen. Aber spätestens am Wochenende werfe ich wieder den Backofen an… versprochen 🙂

Damit ihr auch in den kommenden Tagen bereits von eurem nächsten Urlaub träumen könnt, überbrücken wir die Zeit mit der nächsten Station auf meiner Lieblingsorte-Reise.

Seid gespannt… In Kürze erfahrt ihr mehr!

Liebe Grüße, Nadine

Himmlische Heidelbeer-Vanille-Muffins

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Vor Kurzem habe ich euch meine Lieblingsmuffins mit Äpfeln vorgestellt. Heute zeige ich euch eine Variante des gleichen Grundrezepts. Wir wandeln es ganz klassisch mit Heidelbeeren und Vanille ab.

Für 12 dieser himmlischen Muffins braucht ihr:

125g weiche Butter, 125g Zucker, 1 Prise Salz, 3 Eier, 250g Mehl, 2 TL Backpulver, 7 EL Milch, Mark einer Vanilleschote, 1 EL Zimt, 200g Heidelbeeren (frisch oder tiefgekühlt), etwas neutrales Öl.

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Schlagt die Butter mit Zucker und der Prise Salz schaumig. Fügt dann die Eier hinzu und rührt sie unter. Im Anschluss gebt ihr Mehl, Backpulver, Zimt und das Vanillemark hinzu und hebt alles unter den Teig.

Gebt dann die (gewaschenen) Heidelbeeren sowie etwa 5 EL Milch hinzu und hebt sie vorsichtig unter.

Der Teig sollte nun schön glänzen. Falls er zu fest ist, einfach noch ein bisschen Flüssigkeit hinzufügen.

Bereitet nun eure Muffinförmchen vor und fettet sie mit etwas neutralem Öl (nur für den Fall, dass ihr keine Papierförmchen verwendet!). Füllt dann den Teig gleichmäßig hinein.

Schiebt das Blech auf die mittlere Schiene und backt die Muffins im 180 Grad vorgeheizten Backofen 15-20 Minuten.

 

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Am besten schmecken sie, solange sie noch lauwarm sind.

Bon appetit!

 

Die zimtigsten Zimtschnecken

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Inspiriert von meinem letzten Beitrag über meine Schweden-Sehnsucht habe ich an diesen derzeit verregneten Tagen meinen Backofen angeworfen und Zimtschnecken gebacken – in diesem Fall genauer gesagt Zimtknoten. Wobei es ja genau das Gleiche ist, nur eben dass sie anders gewickelt werden.

Schon die Zubereitung dieser kleinen fluffigen Teile bedeutet pure Entspannung.

Spätestens dann, wenn sie im Backofen langsam aufgehen, nach und nach eine immer goldenere Farbe annehmen und diesen betörenden Zimtduft in alle entlegensten Winkel der Räume tragen.

Mit einem frisch gebackenen, noch warmem Zimtknoten in der einen und einer Tasse Kaffee in der anderen Hand lässt sich das Wetter auf dem Sofa eingekuschelt doch am allerbesten überstehen. Und wenn man sich dann noch die Zeit nimmt, den fallenden Regentropfen zuzusehen, dann kann man diesem herbstlichen Wetter im Mai auch noch ein paar schöne Seiten abgewinnen.

Also los geht`s…

Für ca. 16 Zimtschnecken benötigt ihr:

500g Mehl, 1/2 Würfel frische Hefe, 220ml lauwarme Milch, 80g weiche Butter, 70g Zucker, 1 Prise Salz

Die Milch vorsichtig erwärmen und aufpassen, dass sie nicht zu heiß wird. Sie darf nur lauwarm sein. Die Hefe in der Milch unter Rühren auflösen. Anschließend das Mehl mit der Butter, dem Zucker, der Prise Salz und der Milchmischung zu einem zarten Teig verkneten. Gebt die fertige Teigkugel am besten in eine Plastikschüssel, deckt sie mit einem Geschirrtuch ab und lasst den Teig ca. 1 Stunde an einem warmen Ort gehen.

In der Zwischenzeit könnt ihr die Füllung zubereiten.

Dafür braucht ihr: 160 g Butter, 120 g Zucker, 3 EL Zimt und das Mark einer Vanilleschote (alternativ könnt ihr auch eine Vanillemühle verwenden)

Schmelzt die Butter langsam in einem Topf, gebt dann den Zucker, den Zimt und die Vanilleschote (gemahlen oder das ausgekratzte Mark) hinzu und verrührt die Zutaten bis sie gleichmäßig miteinander verbunden sind. Lasst die Buttermischung dann abkühlen, sodass sie wieder etwas fester wird.

Sobald der Teig fertig gegangen ist, rollt ihr ihn auf der Arbeitsfläche mit etwas Mehl zu einem Rechteck aus. Verteilt nun darauf die Buttermischung. Achtet darauf, dass ihr die Masse möglichst nah an den Rand streicht, damit alle Schnecken zu ihrer gerechten Portion Zimt kommen 🙂

Für Zimtschnecken rollt ihr dann das Rechteck von der langen Seite her zu einer Rolle auf. Schneidet die Rolle dann in gleichmäßig große Schreiben – etwa daumendick – ab. Legt die Scheiben (Schnecken) dann mit ausreichend Abstand auf ein Blech. Ich verwende für diese Menge Teig immer zwei Bleche, dann kommen sich die Kleinen nicht in die Quere 🙂 Nochmals 30 Minuten gehen lassen.

Für Zimtknoten schlagt ihr dann 1/3 des Teigs in die Mitte um. Darauf klappt ihr dann das andere Drittel, sodass nun drei Lagen Teig übereinander sind. Schneidet den Teig anschließend von der kurzen Seite her in daumendicke Streifen. Nehmt die Streifen an den Enden in die Hände und verdreht die Streifen. Nun macht ihr einen Knoten in den verdrehten Streifen und setzt sie auf ein Blech. Auch hier auf den entsprechenden Abstand achten und nochmals 30 Minuten gehen lassen.

 

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In der Zwischenzeit heizt ihr den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vor.

Gebt dann die Bleche einzeln für 12-15 Minuten auf die mittlere Schiene des Backofens.

Keine Panik!!! Ja, es läuft augenscheinlich „einiges“ an Zimt-Butter-Masse aus den Schnecken heraus. Aber keine Angst! Es bleibt noch mehr als genug in den Hefeteilchen drin. Glaubt mir 🙂 Ich spreche aus Erfahrung.

Lasst die Zimtschnecken am besten auf einem Gitter auskühlen. Am allerbesten schmecken sie ganz frisch. Sie halten sich aber mindestens noch drei Tage – und sogar der Hefeteig bleibt ziemlich locker und saftig.

Bon appetit 🙂

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Schweden-Sehnsucht

In den vergangenen Tagen ist sie wieder erwacht – meine Sehnsucht nach Schweden. Ausgelöst von einem Blick in den Kalender. Denn irgendwie sind die letzten Wochen und Monate nur so dahin gerast, sodass es nun gar nicht mehr soooo lange hin ist, bis ich wieder das Glück habe, schwedische Luft um meine Nase wehen zu lassen.

In Gedanken wandle ich schon durch die zahlreichen kleinen, schnuckligen Orte gespickt mit den farbenfrohen Häusern, bummle durch die tollen, kleinen Läden und lasse die Zeit an mir vorüber streichen, während ich eine dampfende Tasse Kaffee vor mir stehen habe und eine Zimtschnecke in der Hand halte. (Während ich diese Zeilen schreibe, habe ich ganz genau den Duft in der Nase 🙂 so als ob ich jeden Moment in sie hineinbeißen könnte.)

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Varberg

Ich kann es kaum erwarten, wie die Meeresbrise durch meine Haare weht und der Wind die ganzen Gedanken an den Alltag zuhause davon pustet. Wie man von Tag zu Tag und von Stunde zu Stunde das Gefühl hat, immer leichter zu werden. Plötzlich rücken die kleinen, unscheinbaren Dinge in den Mittelpunkt. Die Wahrnehmung verschiebt sich und man besinnt sich wieder auf die wirklich wichtigen Dinge.

Nimmt wieder aktiv wahr, was einem gut tut und fragt sich, wie man das nur vergessen konnte und warum man dies oder das so selten tut, obwohl man es so sehr liebt. An solchen Tagen braucht es keine großen, spektakulären Ereignisse. Vielmehr sind es die kleinen Momente, die eine solche Reise ausmachen: einen tollen Eissalon, den man gefunden hat, einen Steg, der auf den See hinausragt und von dem aus man seine Füße ins Wasser strecken kann, gute Gespräche bei einem Glas Wein oder auch einfach mit der Kamera unterwegs zu sein und die Umgebung ganz bewusst wahrzunehmen.

Schon bei dem bloßen Gedanken daran, merke ich, wie die ganze Anspannung des Tages von mir abfällt und dass ich es kaum erwarten kann, bald wieder im Land der tausend Seen zu sein.

 

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Vittskövle